Zu Hause eine leckere Pizza zu backen ist kein großes Hexenwerk. In diesem Artikel erkläre und beschreibe ich die einfache Zubereitung einer köstlichen, frischen und selbst gemachten Pizza. 

Was mir wichtig ist: 

Es kommen keine Fertigprodukte zum Einsatz, der Teig bekommt lange Zeit zum gären und das Ergebnis muss besser sein als in der Pizzeria um die Ecke. Denn seien wir mal ehrlich, die Pizza die man in vielen „Restaurants“ serviert bekommt, auch wenn es beim Italiener ist, ist nicht besonders gut. Eine vor Käse triefende Pizza mit einer halben Dose Ananas oder Pilzen, ist nicht mein Geschmack. Ich möchte es auch gar nicht pauschalisieren, es gibt auch gute Pizzas, aber viele sind es eben nicht! Ich möchte hier zeigen, wie die perfekte Pizza für mich ist.

Dazu unterteile ich diese Anleitung mit Rezept in 4 übersichtliche Schritte:

1. Das Pizzateig Rezept

Vergiss den schnellen Pizzateig aus dem Supermarkt der fertig in der Kühlung griffbereit liegt. Warum ich diesen Teig nicht verwende? Die Zutatenliste ist viel zu lang, es ist billiges schlechtes ÖL enthalten und evtl. sind auch noch nicht deklarationspflichtige Zusatzstoffe (das weiss man halt nicht ;-)) enthalten. Der Pizzateig den ich am liebsten Verwende, besteht ausschließlich aus 4 Grundzutaten: gutes Pizzamehl, Wasser, Salz und wenig frischer Hefe. Das einzige was der Teig dann noch benötigt, ist Zeit -- viel Zeit (aber es lohnt sich).

Zum Vergleich die Zutaten eines fertigen Pizzatages vom Discounter:
Weizenmehl, Wasser, Rapsöl, natives Olivenöl extra, Weizenstärke, Ethylalkohol, Speisesalz, Backtriebmittel: Diphosphate, Natriumcarbonate, Hefe, Weizeneiweiß, Dextrose, Maismehl, Säuerungsmittel: Citronensäuren (https://www.foodwatch.org/de/frage-des-monats/2017/citronensaeure-gesund-oder-gefaehrlich/) , Emulgator: Mono- und Diglyceride und Speisefettsäure.

Pizzateig Rezept

5 from 8 votes
Recipe by SaschaCourse: Pizza, HauptgerichtCuisine: italienischDifficulty: einfach
Portionen

4

Portionen
Zubereitungszeit

40

minutes
Backzeit

5

minutes

Die perfekte selbstgemachte Pizza. Einfach, aber der Teig bekommt viel Zeit + selbstgemachte Tomatensoße.

Zutaten

  • 500 g Pizzamehl (optimal ist Tipo 00, die deutsche Alternative ist 405)

  • 300 ml lauwarmes Wasser

  • 10 g Salz, entspricht ca. 2 TL, ich finde die Angabe mit TL nur immer sehr ungenau. Man sollte sich hier angewöhnen mit einer Feinwaage zu arbeiten.

  • 5 g frische Hefe

Zubereitung

  • die 5g Frischhefe in dem 300ml lauwarmen Wasser auflösen undverrühren. Das ganze für 15 Minuten stehen lassen und ab und zu noch mal umrühren. Es sind wirklich nur 5g Frischhefe und nicht mehr. Durch die längere Zeit ist das richtig.
  • die 500g Pizzamehl in eine Schüssel sieben und 10g Salz hinzufügen. 
  • nun muss der Teig gründlich durchgeknetet werden. Das ist mit einem Handmixer schon etwas langwierig, aber trotzdem möglich. Komfortabler sind da Brotbackautomaten mit Teig-Funktion oder eine Küchenmaschine. Insgesamt sollte der Pizzateig mindestens 15-25 Minuten geknetet werden. Den Teig ausschließlich mit der Hand zu kneten möchte ich nicht empfehlen. Zum einen wird das Ergebnis nicht annähert so gut von der Konsistenz und zum anderen ist die Dauer dafür zu lang.
  • der Teig muss jetzt für ca. 2 Stunden an einem warmen Ort abgedeckt ruhen
  • nach den ersten zwei Stunden der Gärung wird der Pizzateig in 4 Portionen geteilt und muss für weitere 6-8 Stunden gehen (kann man super über Nacht machen).

Video vom Pizzastein test

Pizzastein Test - 3 Materialien & 1 Gewinner

Notizen

  • Bei diesem Pizzateig ist weniger mehr. Für eine schmackhafte Pizza benötigt man keine weiteren Zutaten wie z.b. Bier, Öl, Zucker, Eier, große Mengen an Trockenhefe, Pizzagewürzmischungen, Backpulver, 10 verschiedene Mehlsorten oder was einem sonst noch einfallen könnte. 🙂

2. Das Tomaten-Pizzasoße-Rezept

Die bei uns beliebteste und bekannteste Pizza basiert auf der Pizza Margherita und wird klassisch mit einer Tomatensoße bestrichen. Für mich ist das auch ein ganz klares muss. Pizzas mit Pesto, ÖL, Creme fraiche (Pizza Bianca) oder sowas verrücktes wie Sauce Hollandaise zählen für mich nicht als eine klassische Pizza.

  • 1 Dose ganze Tomaten im eigenen Saft
  • Salz & Pfeffer
  • 3-6 Zehen Knoblauch (nach eigenem Geschmack)
  • frischer Oregano
  • frisches Basilikum

Die Zubereitung der Tomatensoße ist unkompliziert: die Gewürze, Kräuter und das Salz je nach Geschmack zu den Tomaten geben. Ich verwende meistens 4 Zehen Knoblauch, 2 EL Oregano und 1 EL Basilikum. Anschließend werden alle Zutaten gründlich püriert. Die Soße muss vorher nicht erhitzt oder gekocht werden. 

3. Der Pizzabelag / Die Pizza belegen

Auch wenn die Überschrift etwas komisch formuliert ist. Es handelt sich dabei nicht um das gleiche. Es geht also um was, wie, wann und wie viel auf die Pizza kommt.

Schritt 1: die Pizza ausrollen und in Form bringen

Ich verwende zum ausrollen entweder einen Teigroller oder drücke und ziehe den Teig mit meinen Händen in Form. Gerade zum Beginn ist dies schwierig. 

Tipp: Fangt klein an und formt erstmal „Mini-Pizzas“ und esst dann lieber zwei oder drei dabei. Nach und Nach frisch aus dem Ofen -- so schmeckt es am Besten.

Schritt 2: die Pizzasoße

Ich kann es gar nicht oft genug sagen, auch hier ist weniger mehr. Man nimmt am besten einen normalen Esslöffel und gibt eine Portionen Soße in die Mitte der Pizza. Anschließend werden mit der Rückseite des Löffels immer größerwerdende Kreise gezogen bis man außen angekommen ist. Man soll den Pizzateig noch sehen können. Hat man eine Stelle nicht zu 100% getroffen, ist es nicht schlimm. Das kann genau so bleiben

Schritt 3: der Belag kommt auf die Pizza

Ein paar generelle Hinweise bevor ich zu einzelnen Rezepten und Zutaten komme: 

  • Der Teig ist ganz Unten, dann folgt etwas gezupfter Mozzarella und anschließend folgt Fleisch und/oder Gemüse
  • Nicht alle Zutaten müssen vor dem Backen auf die Pizza, z.b. Rucola sollte unbedingt erst nach dem Backen auf die Pizza gegeben werden
  • sehr wasserhaltige Zutaten sollten nicht unbedingt miteinander kombiniert werden. Dort wo es möglich ist, das Wasser im Gemüse zu „sparen“, sollte man dies machen. Bei Tomaten kann man die Kerne entfernen und nur das geschmacksvolle Fruchtfleisch verwenden.

Tipp: Eine gute Pizza ist nicht überladen, man verwendet lieber weniger, aber dafür sehr gute intensive Lebensmittel.

Pizzavarianten die ich bevorzuge:

klassich: Pizza Parma mit luftgetrocknetem Schinken tipo Parma, Rucola und gehobeltem Parmesan 

vegetarisch (mein Favorit): mit Bratpaprika (Pimientos de Padron), Champignons, Paprika, Zwiebeln, frischem Knoblauch

pescetarisch: mit Gambas und viel frischem Knoblauch

vegan: Pizza Bruschetta mit frischen Tomaten, Basilikum, Rucola, Knoblauchöl -- ich lasse bewusst eine Käseersatz weg, da mit dieser Pizzaschmelz nicht besonders schmeckt

Die Zutaten für meine vegetarische Lieblingspizza
Fleisch
Salami
Schinken
Salciccia
Hackfleisch
Hähnchenbrust
Rindfleisch
Fisch
Thunfisch
Lachs
Gambas
Gemüse
Pilze
Mais
Rucula
Blattspinat
Bratpaprika
Paprika
Kirschtomaten
Zwiebeln
Oliven
Artischocken
Käse
Mozzarella
Parmsesankäse
Hirtenkäse
Schafskäse
Gouda
Gorgonzola
Öle, Kräuter und Gewürze
Oregano (das Pizzagewürz überhaupt)
Oliven-ÖL (nach dem Backen)
Basilikum
Majoran
Chilis / Chilipulver / Chiliöl
Pesto
Knoblauchöl

4. Die selbstgemachte Pizza backen

Das Backen des Teiges ist nicht schwer, aber trotzdem kniffelig. Die Temperatur spielt eine wichtige Rolle. In professionellen Pizzaöfen können hohe Temperaturen von bis zu 500°C erreicht werden. Das wird der heimische Backofen nicht schaffen. Daher müssen wir zu ein paar Tricks greifen. 

Der Backofen sollte auf voller Temperatur vorgeheizt werden. In meinem Fall sind das 275°C. Die Backdauer beträgt nur ca. 5 Minuten. Die Pizza kann auf Sicht gebacken werden.

Empfehlenswertes Zubehör & die Alternativen

  • ein Pizzastein, die Alternative ein umgedrehtes Backblech.
    beides sollte sehr gut vorgewärmt sein. Wenn ich die Pizza auf den Stein / das Blech bringen möchte, sollte man schnell arbeiten, damit nicht viel von der Wärme entweichen kann. Es ist äußerst Hilfreich wenn man eine helfende Hand hat. 
  • ein Pizzaschieber, die Alternative ein Küchenbrett / Holzbrett
    Auf den Schieber / dem Brett sollte man unter die Pizza etwas Hartweizengrieß streuen und die Pizza auf dem Brett belegen. Durch das Grieß rutscht die Pizza viel leichter in der Backofen und behält ihre Form.

Nach dem Backen kommt bei mir noch ein Schluck Oliven-Öl oder Chili-Öl auf die Pizza und ein paar Blätter Basilikum. 

Ich wünsche viel Spaß beim Pizzabacken und einen guten Appetit.

Fragen & Antworten

Wie lange muss die Pizza im Ofen backen?

Bei 275°C sind es ca. 5 Minuten. Der Backofen sollte aber auf jeden Fall richtig vorgeheizt sein. Je nach dem wie man die Temperatur nach unten ändert, dauert es länger. Am besten backt man eine selbstgemachte Pizza auf Sicht.

Kann man selbst gemachten Pizzateig einfrieren?

Ja, man kann einen Pizzateig einfrieren. Die Haltbarkeit ist ca. 5 Monate. Vor dem Verwenden sollte der Pizzateig über Nacht im Kühlschrank aufgetaut werden. Vor dem verwenden sollte der Teig nach mal für 2h vorher aus dem Kühlschrank bei Zimmertemperatur aufgewärmt werden.

Mit was kann man eine selbstgemachte Pizza belegen?

Wir haben in dem Artikel ca. 30 Beispiele aufgelistet. Es sind z.b. Salami, Schinken, Gambas, Bratpaprika, Mais, Pilze etc.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Scroll to Top