Wir hatten die Möglichkeit, die neue Kenwood Titanium Chef Baker XL sehr früh auszuprobieren und veröffentlichen hier einen der ersten echten Praxistests zu dieser Maschine. Wir haben dazu wie immer ein Video erstellt, das wir hier verlinken. Im Folgenden fassen wir alles Wichtige zu der neuen Küchenmaschine von Kenwood zusammen.

Die Neuerungen der Kenwood Titanium Chef Baker XL vergleichen wir mit der Kenwood Chef Elite. Das ist nicht der direkte Vorgänger, aber diese Maschine haben wir über mehrere Jahre verwendet und wir können daran die Unterschiede am besten aufzeigen.

Überblick / Ausstattung

Zuerst haben wir uns natürlich ans Auspacken gemacht. Ein nützlicher Hinweis vorweg: Der Hersteller empfiehlt, den Karton zum Auspacken hinzulegen. Dieser Empfehlung können wir uns nur anschließen. Liegt der Karton, lässt sich der Inhalt wesentlich besser und einfacher auspacken.

Im Karton enthalten ist das bereits bekannte Flexi-Rührelement, das aus zwei Teilen zusammengesetzt werden muss. Es eignet sich zum Unterheben und leichten Vermengen von Zutaten. Ebenfalls enthalten sind ein großes K-Rührelement und ein Knethaken aus Edelstahl sowie ein Ballonschneebesen. Die Elemente sind stabil und schwer und hochwertig verarbeitet, wie wir es von Kenwood gewohnt sind. Der Ballonschneebesen hat mehr Streben als der Schneebesen des älteren Modells Kenwood Chef Elite. Zum Zubehör der Kenwood Cooking Chef gehörte schon dieser neue Schneebesen.

Ebenfalls zum Lieferumfang gehört natürlich eine ausführliche Bedienungsanleitung. Kenwood legt auch der Titanium Chef Baker XL Küchenmaschine wieder einen Teigschaber bei. Hier haben wir einen kleinen Kritikpunkt zu äußern, da wir nicht verstehen, warum einer so hochwertigen Küchenmaschine, die explizit für Personen konzipiert ist, die leidenschaftlich gern backen, ein so minderwertiger Plastikschaber beigelegt ist.

DualBowl!? Die Schüssel in der Schüssel

Die erste wirkliche Neuerung bei der Titanium Chef Baker XL ist die DualBowl: Zwei ineinander stapelbare Schüsseln, die zum Standardlieferumfang gehören. Die größere Schüssel hat ein Fassungsvermögen von 7 Litern und sie ist mit einem großen Griff ausgestattet. Auch das ist eine Neuerung im Vergleich zu den älteren Schüsseln von Kennwort, die mit zwei kleineren Griffen links und rechts ausgestattet waren. Die kleinere Schüssel hat ein Fassungsvermögen von 5 Litern. Sie hat keinen Griff und lässt sich im Schrank platzsparend in der großen Schüssel lagern. Diese Neuerung gefällt uns sehr gut, denn es stehen zwei Schüsseln zur Verfügung, ohne dass im Schrank zu viel Platz weggenommen wird.

Die Handhabung

Der Spritzschutz lässt sich wie gehabt oben einsetzen und auch das Einsetzen der Rührelementelemente bereitet keine Probleme. Eine kleine Neuerung gibt es bei der Arretierung der Schüssel. Beim Spülen sammelte sich bei den alten Schüsseln Wasser in der Arretiervorrichtung, das bei uns nach dem Spülen nicht gerade selten daneben gegangen und auf dem Fußboden oder sogar unseren Füßen gelandet ist. Hier hat Kenwood deutlich nachgebessert, wir waren vielleicht also nicht die einzigen, denen das immer wieder passiert ist. Jetzt läuft das Wasser ab und es geht nichts mehr daneben.

Das Design

Deutlich zugelegt hat Kenwood beim Thema Design. Die neue Küchenmaschine wirkt sehr edel und schlicht. Das gefällt uns sehr gut. Die Maschine kommt im typischen Kenwood-Grau daher, hat nun aber oben einen farblich abgesetzten Bereich. Hier kann nur spekuliert werden, ob zukünftig auch weitere Farben erhältlich sind.

Außerdem sind nun deutlich mehr fließende Linien und Rundungen zu finden. Die Kenwood-Kückenmaschine wird langsam ein richtiger Hingucker. Kenwood ist hier zwar noch nicht auf dem Level der KitchenAid angekommen, aber das kann auch gewollt sein.

Die Maschine ist mit einem einfachen Drehrad zum Einstellen der Geschwindigkeit ausgestattet. Der Hebel zum Heben des Kopfes befindet sich wieder hinten und nicht wie bei der Cooking Chef vorne. Insgesamt gefällt uns das Design der Titanium Chef Baker XL deutlich besser als das der Vorgängermodelle. Sie hat eine kompakte Größe und ist verhältnismäßig leicht, sodass sie selbst als XL-Küchenmaschine mit einem Fassungsvermögen von 7 Litern einen dauerhaften Stellplatz auf der Arbeitsplatte finden kann und sich bei Bedarf leicht bewegen lässt.

Die Anschlüsse

Bei den Anschlüssen gibt es keine Neuerungen. Wie gehabt befindet sich hinten oben der Hochgeschwindigkeitsanschluss und vorne der Niedriggeschwindigkeitsanschluss. Das Zubehör der älteren Modelle passt selbstverständlich auch auf die Titanium Chef Baker XL. Wir haben es in unserem Praxistest mit dem Fleischwolf und dem Glasaufsatz für den Mixer ausprobiert und alles funktionierte reibungslos. Wie von den älteren Modellen gewohnt, werden die Anschlüsse mit magnetischen Kappen verschlossen.

Die integrierte Waage – EasyWeight

Eine weitere Neuerung ist die integrierte Waage. Die Nutzung einer externen Waage ist damit nicht mehr notwendig. Beim Ausprobieren der Waage ist uns als erstes
aufgefallen, dass die Waage nicht nur dann reagiert, wenn Zutaten in die Schüssel gefüllt werden. Auch bei leichtem Druck auf die Maschine reagiert die Waage. Was uns im ersten Moment wie ein Nachteil vorkam, stellte sich schnell als sinnvoller Vorteil heraus, denn so können natürlich auch Zutaten gewogen werden, die in das Zubehör, also beispielsweise den Fleischwolf oder den Glasaufsatz für den Mixer, gefüllt werden. Die Waage hat eine Tara-Taste, um sie auf Null zu stellen. Über diese Taste lässt sie sich auch ein- und ausschalten. Eine zweite Taste ermöglicht in den Wechsel zwischen Kilogramm und Pfund (lbs).

Der Praxistest

Nun aber zum Praxistest. Mit einer Leistung von 1.200 Watt und einer 7-Liter-Schüssel ist die Maschine ein wahres “Teigmonster” und kann eine große Menge Teig verarbeiten. Selbst bei größeren Hefeteigmengen zuckt die Maschine nicht einmal. In dieser Hinsicht ist Kenwood in unseren Augen eine Klasse für sich. Wir haben die Maschine in drei Disziplinen getestet:

  • Fester Hefeteig
  • Sahne schlagen
  • Kuchenteig

Fester Hefeteig

Im ersten Praxistest haben wir einen festen Hefeteig für ein Ciabatta angesetzt. Die Zutaten haben wir direkt in die Rührschüssel gefüllt und mithilfe der integrierten Waage abgemessen. Dabei ist uns aufgefallen, dass die Waage schnell reagiert und keine Latenz mehr aufweist. Insgesamt gefällt uns die Kombination aus Küchenmaschine und Waage sehr gut, die Handhabung ist komfortabler als mit einer externen Waage.

Zum Kneten haben wir den Rührhaken eingesetzt und die Maschine auf niedrigster Stufe gestartet. Nach kurzer Zeit haben wir die Geschwindigkeit erhöht. Beim Kneten fester Hefeteige zeigt die Kenwood Titanium Chef Baker XL eine ihrer großen Stärken, so wir es von Kenwood-Küchenmaschinen gewohnt sind. Alle Zutaten wurden gut vermischt, es blieb nichts am Schüsselrand kleben und der Teig wurde gründlich geknetet.

Pluspunkt: Das neue Schüssel-Design

Beim Umfüllen des fertigen Teiges zeigte sich ein großer Vorteil des neuen Schüssel-Designs. Die große Schüssel mit dem Einhandgriff lässt sich bedeutend besser handhaben und festhalten, während der Teig aus der Schüssel herausgekratzt wird.

Sahne schlagen

Als Nächstes ging es ans Sahne schlagen. Wir haben den Ballonschneebesen eingesetzt und 200 Milliliter Sahne in die große Schüssel gefüllt. Als wir das Vorgängermodell Kenwood Chef Elite in unserem ersten Küchenmaschinen-Test unter die Lupe genommen haben, gehörte es in den Disziplinen Sahne schlagen und Eischnee schlagen nicht zu den stärksten Maschinen. Daher waren wir gespannt auf das Ergebnis.

Anders als bei den früheren Modellen ist es bei der Titanium Chef Baker XL nicht mehr erforderlich, den Schneebesen in der Höhe zu justieren. Einsetzen, starten, fertig. Nun kommen mehrere Faktoren zusammen:

  • Die hohe Leistung von 1.200 Watt
  • Der neue Ballonschneebesen mit den vielen Streben
  • Die passende Höhe des Schneebesens

Schon nach knapp 2 Minuten war die Sahne steif geschlagen. In unserem ersten Küchenmaschinen-Test hat die Chef Elite von Kenwood fast dreimal so lange gebraucht, um die Sahne zu einer festen Konsistenz aufzuschlagen. Hier hat Kennwort mit der Titanium Chef Baker XL also wirklich gut nachgebessert und wir hatten nichts zu bemängeln.

Kuchenteig

Der dritte Praxistest: Kuchen backen. Was wäre das Leben ohne Schokoladenkuchen. Uns würde etwas fehlen und so haben wir schnell die notwendigen Zutaten in die Schüssel gefüllt. Angefangen haben wir mit vier Eiern, die wir im ersten Schritt schaumig schlagen wollten. Also wieder den Ballonschneebesen eingesetzt und auf höchster Stufe gerührt. Auch bei der relativ geringen Menge in der großen Schüssel hatte die Maschine keinerlei Probleme, die Eier schaumig aufzuschlagen. Auch das ist eine Verbesserung im Vergleich zu den älteren Kenwood-Modellen.

Als Nächstes haben wir die weiteren Zutaten hinzugegeben und dann das Flexi-Rührelement eingesetzt, um die geschmolzene Schokolade unterzuheben. Hier gibt es den nächsten kleinen Kritikpunkt: Wir haben die Maschine auf die niedrigste Stufe gestellt und hätten uns trotzdem gewünscht, dass sie ein klein wenig langsamer rührt. Im Ergebnis wurde trotzdem alles gründlich und gut verrührt.

Beim Ausgießen des Kuchenteigs in die Backform hat uns der stabile Einhandgriff wieder sehr gut gefallen. Die Schlüssel lässt sich sehr gut festhalten und wir konnten den Kuchenteig mit dem Teigschaber gut in die Form einfüllen, ohne uns zu verrenken und ohne zu sehr zu kleckern. Auch den letzten Praxistest hat die Titanium Chef Baker XL also mit Bravour bestanden.

Fazit

Unser Fazit ist schnell auf den Punkt gebracht: Die Titanium Chef Baker XL ist unsere neue Lieblings-Küchenmaschine von Kenwood. Wir finden sie rundum hervorragend:

  • Das neue Design der Maschine gefällt uns ausnehmend gut. Es ist schlicht und hochwertig.
  • Die Maschine hat kompakte Abmessungen und ist nicht zu schwer, sondern lässt sich leicht auch einmal von A nach B tragen.
  • Das DuoBowl-System mit den zwei ineinander stapelbaren Schüsseln gefällt uns sehr gut.
  • Die Leistung von 1.200 Watt ist für uns mehr als ausreichend und die Maschine kommt auch mit festem Brotteig gut zurecht.
  • Die integrierte Waage funktioniert gut und ist eine praktische Ergänzung, die die Handhabung komfortabler macht.
  • Das neue Design der Schüssel-Arretierung sorgt dafür, dass wir beim Brot und Kuchen backen keine nassen Füße mehr bekommen. 😉 Auch das gefällt uns sehr gut.

Alles in allem von Teigwelt Daumen hoch für die neue Kenwood Titanium Chef Baker XL.

Letzte Aktualisierung am 27.05.2022 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

4 Kommentare zu „Kenwood Titanium Chef Baker XL im Test“

  1. Hallo Sascha,

    ich bin auf der Suche nach einem würdigen Nachfolger für meinen altersschwachen Kenwood Multi Pro Foodprocessor und die klassischen Rührgeräte haben es mir einfach angetan. Bei der Recherche und Suche nach Informationen sind mir besonders deine Beiträge sehr angenehm aufgefallen – meiner Meinung nach die besten zur Zeit. Mach weiter so! 🙂

    Mich interessieren genau die von dir getesteten Chef Elite und die neue Chef Baker, bei der ja tatsächlich die häufigsten Kritikpunkte der Elite beseitigt zu sein scheinen. Dafür bewegt sie sich auch preislich eher im Bereich der Titanium. Daher die Frage: ist die Baker den Mehrpreis wirklich wert? Ein großes Fragezeichen bei der Elite steht bei mir beim Ballonschneebesen und der öfter kritisieren Fähigkeit Sahne etc. zu schlagen. Das lässt sich auch nicht durch Justieren verbessern? Und auch auch die kleine Baker die neuere Geometrie des Rührbesens oder liegt das vielmehr an der XL Version und der etwas anderen Schüsselgeometrie? Ich werde nicht so recht schlau aus den Produktinfos von Kenwood welcher Rührbesen bei welcher Maschine dabei ist. Die Frage dahinter lautet: ist die kleine Baker genauso gut wie die große? Es gibt ja Stimmen, die einzig und allein auf die XL Variante schwören, da leistungsfähiger. Auf dem Papier jedenfalls sind sich die beiden Bakers ebenbürtig. Und die normale Version würde wohl besser in meiner Küche einen Platz finden 😉

    Und noch eine Frage: weißt du ob sich die Zubehörteile des Multi Pro Foodprocessors (ggf mit Adapter) auf den Chef Rührmaschinen verwenden lässt? Dann hätte ich den Multizerkleinerer schon mal.

    Vielen Dank fürs Lesen meines langen Posts und für deine Antwort 🙂

    Viele Grüße
    Günni

    1. Moin Günni,

      vielen Dank für deinen Kommentar und für das Lob. Die Chef Baker XL ist m.M.n. schon das Geld Wert. Die Chef Elite ist auch nicht gerade schwach auf der Brust, aber die Baker XL toppt das noch mal um längen. Bisschen “hübscher” finde ich sie auch noch, wenn das ein Thema ist. Die Elite mit dem besserem Schneebesen und korrekt eingestellt hat überhaupt keine Probleme mit Sahne ohne Eischnee. Ich glaube es gibt einen Adapter der das ermöglicht. selbst ausprobiert habe ich dies aber noch nicht.

      1. Vielen Dank für deine Antwort! Eine Frage habe ich doch noch (eine info, die sich nirgendwo finden lässt: wie hoch ist die Maschine denn am höchsten Punkt wenn sie aufgeklappt ist? (Das könnte knapp werden unter dem Küchenschrank 😉). Im zugeklappten Zustand ist sie laut kenwood Datenblatt 37cm hoch…vielleicht kannst du ja auch dieses Maß bestätigen?

        Vielen Dank und liebe Grüße
        Günni

  2. Hallo!
    Ich habe mir, aufgrund dieses tollen Beitrages hier, die Baker XL gekauft.
    Ein schickes Teil.
    Aber eine Frage habe ich: Ist es normal dass der Kopf oben ziemlich wackelt bei Mürbeteig und Hefeteig?
    Ich bin mir etwas unsicher. Stehen bleibt sie gut.

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